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Verein für vernetztes Lernen und Arbeiten
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Wir sind Mitglied des Netzwerk Freier Schulen, Bundesdachverband für selbstbestimmtes Lernen
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MentorInnen

„Alltag“ eines Mentors

Seit Beginn der STUDIERWERKSTATT bin ich je nach Anzahl der Jugendlichen und anderen MentorInnen an einem oder zwei Nachmittagen in der STUDIERWERKSTATT anzutreffen. Zur Zeit: jeden Donnerstag, ab 14.30

Dies ist auch der Beginn der „tea-time“. Eines jener (wenigen) MUSS, die sich die Jugendlichen der STUDIERWERKSTATT selbst auferlegt haben: sich einmal in der Woche ver-
pflichtend gemeinsam zu treffen, um Organisatorisches planen, Projekte vorstellen, Wünsche äußern oder Ärger anbringen zu können.
Ein(e) Jugendliche(r) leitet die „tea-time“, ich bringe mich auch ein, berichte von interessanten Projekten, ähnlichen Initiativen, neuen Jugendlichen, die sich vorstellen wollen, werde als „Mediator“ bei Konflikten herangezogen oder gebe einfach unerwünscht meinen Senf dazu, was ich an der (von den Jugendlichen gewarteten und gestylten) Homepage noch besser fände.

Danach ist Zeit zum Lachen, Träume spinnen, Reisegedanken freien Lauf zu lassen, zu plaudern – in der Gruppe oder ernsthaft zu zweit, wenn von einem Jugendlichen ein MentorInnengespräch gewünscht wird.
Ein solches Gespräch pro Jahr ist von Seiten der MentorInnen erwünscht (zweites MUSS!), von Seiten der Jugendlichen können sie natürlich öfters stattfinden – meist dann, wenn Entscheidungen anstehen, wenn beim Organisieren von Reisen oder Jobs, Zivildienst oder Praktika nicht vorhergesehene Hürden entstehen, wenn einem bei Prüfungen der Stoff auf den Kopf zu fallen scheint.

Neben diesem Nachmittag in der STUDIERWERKSTATT verstehe ich als zweiten Teil meiner Arbeit meine Aufgabe vor allem darin, Netzwerke ausfindig zu machen oder aufzubauen und sie den Jugendlichen zugänglich zu machen. Will heißen: Verbindungen zwischen der STUDIERWERKSTATT und ähnlichen Initiativen herzustellen (es gibt mehr davon, als man glaubt), Kontakte zu Organisationen zu knüpfen, die weltweit sinnvolle Praktika anbieten (WWOOF -
Willing Workers On Organic Farms, YAP – Youth Action for Peace, ...).
Schildkröteneier an griechischen Stränden vor Touristen schützen? Gemeinsam mit türkischen Jugendlichen eines ähnlichen Projektes Oliven ernten, Öl pressen?
Es gibt viel zu tun!

Als nächstes großes gemeinsames Projekt hier in Wien wollen wir eine angrenzende Wohnung als WG für StudierwerkstättlerInnen herrichten, die auch Jugendlichen außerhalb von Wien die Möglichkeit bieten soll, längere Zeit Gast und dann vielleicht einmal Teil der STUDIERWERKSTATT zu sein.

Rainer Wisiak


„Alltag“ einer Mentorin

Ich bin jetzt seit November 2005 Mentorin in der STUDIERWERKSTATT und empfinde es immer noch als großes Glück, diese Gelegenheit bekommen zu haben. Mein Tag in der STUDIERWERKSTATT ist meist der Dienstag, wo ich ab 12h30 auf das Eintrudeln der jungen Menschen warte, und wir dann, während gekocht wird, die Möglichkeit haben, einfach zu plaudern. Wenn es konkrete Anliegen an mich gibt, wie zum Beispiel bei der Jobsuche unterstützt zu werden, so stehe ich selbstverständlich zur Verfügung. Wie meine Kollege Rainer führe auch ich zumindest einmal jährlich verpflichtende Einzelgespräche mit einigen Jugendlichen.

Durch unseren mehrtägigen Ausflug auf den Zirbitzkogel in der Steiermark im letzten Herbst sind wir im Rahmen einer Reflexion nach eine erlebnispädagogischen Übung zu dem Entschluss gekommen, die Teatime (so heißt unser wöchentliches, verbindliches Treffen aller Jugendlichen mit den MentorInnen) vierzehntäglich mit der Schokotime zu alternieren. Schokotime bedeutet, dass es Platz geben soll für eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit Gruppenthemen in unterschiedlichen Formen. Das kann anhand von von uns MentorInnen aufbereiteten gruppendynamischen Übungen sein, das kann aber auch ein gemütlicher Spielenachmittag sein, oder ein Besuch in der Therme Oberlaa,…. Die jungen Erwachsenen sind eingeladen, ihre Bedürfnisse zu formulieren.

Was mich zur Zeit ganz besonders beschäftigt ist die gemeinsame Konzeptionierung für das Zentrum für Neue Arbeit. Rund die Hälfte der jungen Leute aus der STUDIERWERKSTATT haben großes Interesse an einer Unternehmensgründung und sind in ihren Gedanken und ihrer Zuversicht offen genug, neue Wege zu beschreiten und herauszufinden, was sie wirklich, wirklich wollen.
Wir orientieren uns an dem Philosophen Frithjof Bergmann und seiner Abhandlung „Neue Arbeit und Neue Kulturen“. Er selbst steht uns auch unterstützend zur Seite. Es soll Werkstätten, Seminarräume, ein Kaffeehaus und vieles mehr geben, wo die Jugendlichen die Möglichkeit haben, übers (Mit-)Tun sich auzuprobieren und Kompetenz in verschiedenen Bereichen zu erlangen.

Wie für meinen Mentorenkollegen Rainer ist es auch mir ein Bedürfnis, die jungen Erwachsenen mit interessanten Initiativen und Menschen zu vernetzen.

Was mich an der STUDIERWERKSTATT besonders begeistert, ist die Freiheit im Geiste, dass fast alles möglich ist, wenn man/frau es wirklich will und die Aufforderung, für sein/ihr Leben die volle Verantwortung zu übernehmen und sich Unterstützung zu suchen, wenn diese erforderlich ist.

Andrea Walenta


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